Nachgedacht: Die Hausglocke gibt Alarm …

… die Post ist da. Unsere nette Zustellerin bringt mir ein Päckchen aus der alten Heimat. Wie einen Schatz trage ich den Karton ins Haus, entferne behutsam die Klebestreifen, die bruch- und stoßsichere Verpackung und was kommt zum Vorschein: eine Dose voller selbstgebackener Plätzchen.



Meine Freundin hat zugeschlagen, aber wie. Selbst jetzt, zwischen uns liegen doch Hunderte von Kilometern, hat sie mich nicht vergessen, genauso, wie jedes Jahr vor dem vierten Advent. Ich brauche ein Taschentuch, die Rührung ist zu groß. Und überhaupt, Plätzchen sind nicht gleich Plätzchen. Ich habe zwar auch gebacken, vier Bleche voll, aber eben nur eine Sorte. Aber was da in der bunten Blechdose, fein ausgeschlagen mit Seidenpapier, zum Vorschein kommt, sind wahre Meisterwerke.

Bis zu 40 verschiedene Sorten zaubert meine Freundin im Durchschnitt jährlich aus dem Ofen und das abends nach der Arbeit, Respekt! Klein und fein sind sie, nur so groß wie eine kleine Münze. Zart und zerbrechlich, wie von Zauberhand gestaltet. Ich hatte mit meinen Butterplätzchen schon genug Arbeit. Wie danach die Küche aussieht, brauche ich Ihnen, liebe Balaton Zeitungsleserin, nicht zu schildern. Ein Schlachtfeld ist die passende Bezeichnung.



Ich frage mich seit Jahren, wie macht sie das blos? Liebevoll dekoriert präsentiert sich das süße Gebäck. Alles vorhanden, was Augen, Herz und Magen höher schlagen lassen. Spitzbuam, Vanillekipferl, Spritzgebäck, Dominosteine, Rumgebäck, Kokoswürfel, Mandelhörnchen und Nussplätzchen sind nur ein kleiner Auszug, was bei mir nun bald auf den Weihnachtsteller kommt.

Bewunderung und Freude pur, mehr kann ich über das Überraschungspaket nicht zum Ausdruck bringen. Danke liebe Freundin, jetzt kann Weihnachten kommen und Du bist mir ganz nah.

Bis bald und frohes Fest
Ihre Eva

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