Ausgangssperre in Ungarn

Landesamtsärztin: Ausgangssperre dient dem Schutz der gesamten Bevölkerung

Am 27. März 2020 tritt in Ungarn wegen der Coronavirus-Epidemie eine verschärfte Ausgangssperre in Kraft, die die gesamte Bevölkerung schützen soll, sagte die Landesamtsärztin Cecília Müller auf einer Pressekonferenz der Aktionsgruppe am Freitag in Budapest. Sie betonte, dass die jetzigen Maßnahmen hauptsächlich darauf abzielen, gefährdete Gruppen, ältere Menschen besser zu schützen, die Ausbreitung der Epidemie zu verlangsamen und damit die gesamte Bevölkerung zu schützen. Die Erfahrung zeigt, dass ein Kontaktverbot die einzige Möglichkeit dafür ist.



Die angekündigten neuen Maßnahmen knüpfen an den bisherigen an und gelten so lange, bis das Parlament keine neuen Entscheidungen fällt. Die Amtsärztin forderte die Polizei und die Behörden auf, weiterhin bei der Durchsetzung der Maßnahmen zu helfen. Auf die Frage, ob die Ausgangssperre verlängert werden kann, sagte Cecília Müller, dass alle Maßnahmen, die die Ausbreitung der Epidemie verlangsamen, getroffen werden müssen. Jetzt gilt erst einmal der Zeitraum von zwei Wochen, der der aktuellen epidemiologischen Situation entspricht. Sollte die Situation in zwei Wochen weitere Maßnahmen erfordern, werden diese auch durchgesetzt.

In Bezug auf ältere Menschen betonte sie, dass für diese das Ziel weiterhin darin bestehe, zu Hause zu bleiben, Hilfe von der Familie oder der Gemeinde anzunehmen. „Verlassen Sie ihre Wohnung nur, wenn es aus irgendeinem Grund unbedingt notwendig ist“, richtete sie das Wort an die Mitbürger über 65. In Bezug auf die frühe Schließung von kleinen Lebensmittelgeschäften sagte sie, dass diese Geschäfte von jüngeren Käufern vorzugsweise vor 9 Uhr morgens aufgesucht werden sollen.

Cecília Müller benannte darüber hinaus Labore, in denen neben den Laboren des Nationalen Gesundheitszentrums (NNK) Coronavirus-Proben getestet werden. Diese sind im Krankenhaus Dél-pesti Centrumkórház (Szent László kórház), an den vier Universitäten in Budapest, Pécs, Debrecen, Szeged und in Győr zu finden. In Ungarn sind bisher 300 bestätigte Coronavirus-Patienten registriert. Vierunddreißig Personen gelten als geheilt und zehn starben an der Krankheit. Cecilia Müller sagte, sie sei erfreut darüber, dass in den letzten 24 Stunden keine Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion aufgetreten sind.

Inhalt der landesweit zu findenden Plakate zur Ausgangssperre:

– Die Ausgangssperre gilt vom 27. März bis 11. April 2020.

– Der Wohnort darf nur für den Weg zur Arbeit und zur Erfüllung von Grundbedürfnissen verlassen werden.

Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Märkte und Drogerien dürfen besucht werden.

– In öffentlichen Räumen muss anderthalb Meter Abstand zwischen den Personen gehalten werden.

– Der Besuch von Lebensmittelgeschäften, Apotheken, Märkten und Drogerien ist älteren Menschen nur zwischen 9 und 12 Uhr erlaubt.

– In diesem Zeitraum dürfen andere Personen diese Orte nicht aufsuchen.

Achten wir aufeinander!

Ein Schreiben von Botschafter Volkmar Wenzel an alle deutschen Staatsangehörigen in Ungarn finden Sie auf budapest.diplo.de.