Ungarn: Zentralbank senkt den Leitzins auf 0,75%

Ungarns Zentralbank (NBH) senkte bei einer regelmäßigen Sitzung den Leitzins um 15 Basispunkte auf 0,75%. Der Basissatz war seit dem 25. Mai 2016 auf 0,90% festgelegt worden. Der Währungsrat der Bank beschloss, den Zinssatz für Einlagen bei -0,05% und den Zinssatz für besicherte Darlehen für Einlagen und einwöchige Kredite bei 1,85% zu belassen – berichtet die Nachrichtenagentur MTI.



In einer nach der Sitzung veröffentlichten Erklärung bezeichnete der Rat die Zinssenkung als eine „Feinsteuerungsmaßnahme“, die „die Erhaltung der Preisstabilität und die Erholung des Wirtschaftswachstums unterstützt“. Er stellte fest, dass sich die Inflationsaussichten aufgrund starker disinflationärer Effekte „anhaltend nach unten verschoben haben“, während die Wirtschaftsleistung des Landes im Jahr 2020 „wahrscheinlich gedämpfter ausfallen wird als zuvor erwartet“.

Der Rat schlug vor, seinen Werkzeugkasten nicht zu erweitern. „Nach Ansicht des Rates bietet das derzeitige Instrumentarium einen angemessenen Handlungsspielraum, um gezielt und flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren“, so der Rat. Der Rat erklärte, dass er „weiterhin ein Programm zum Kauf von Staatspapieren, das unter den Maßnahmen zur Reaktion auf die Coronavirus-Krise eingeführt wurde, als Sicherheitsnetz betrachtet“, „das er im Bedarfsfall und im erforderlichen Umfang einzusetzen gedenkt“.