Einreisende nach Ungarn müssen seit Samstag für Coronavirus-Tests bezahlen

Reisende, die aus Ländern nach Ungarn kommen, die hinsichtlich des Schweregrades des Coronavirus-Risikos als gelb oder grün eingestuft werden, müssen für ihre PCR-Tests bezahlen, es sei denn, sie bleiben zwei Wochen lang in häuslicher Quarantäne, so die Landesamtsärztin. Ausländische Staatsangehörige dürfen nicht aus roten Ländern nach Ungarn einreisen, sondern nur aus gelben und grünen Ländern, sagte die Landesamtsärztin Cecília Müller – berichtet die Nachrichtenagentur MTI.



In Übereinstimmung mit den geltenden Bestimmungen müssen Einreisende aus gelben und roten Ländern zwei Wochen lang in häuslicher Quarantäne bleiben, so Cecília Müller. Die Wahl, sich testen zu lassen, kann getroffen werden, und eine Quarantäne ist nicht erforderlich, sobald zwei aufeinander folgende negative Ergebnisse vorliegen, fügte sie hinzu. Reisende müssen sich an der Grenze Gesundheitskontrollen unterziehen, und sie erhalten ein rotes Schild mit dem Hinweis auf die Quarantänebestimmung für ihre Heimat, das sie am Eingang ihres Hauses oder ihrer Wohnung aufstellen müssen, sagte sie.

Diejenigen, die eine Befreiung von der Heimquarantäne wünschen, müssen bei ihrer Gemeindeverwaltung einen Antrag zum Preis von 3.000 Forint (8,50 Euro) stellen und erhalten eine Mitteilung, dass sie die Quarantäne verlassen können, um ihre gewählte Untersuchungsstation zu besuchen, sagte Müller. Menschen, die aus gelben Ländern einreisen, dürfen die Quarantäne nach dem ersten negativen PCR-Test verlassen, sind aber trotzdem verpflichtet, einen zweiten Test durchführen zu lassen, sagte sie. Diejenigen, die aus roten Ländern ankommen, müssen in Hausquarantäne bleiben, bis das zweite negative PCR-Testergebnis vorliegt, fügte sie hinzu.

Reisende, die an der Grenze zwei negative PCR-Testergebnisse von Tests vorlegen können, die nicht mehr als fünf Tage vor der Einreise durchgeführt wurden, wobei zwischen den beiden Tests mindestens 48 Stunden liegen müssen, seien von der Quarantänepflicht befreit, fügte sie hinzu.

Bei einer separaten Presseveranstaltung betonte Müller unterdessen, wie wichtig es sei, die Entstehung von Coronavirus-Clustern im ganzen Land zu verhindern. Die Landesamtsärztin erläuterte den Prozess der Kontaktverfolgung am Beispiel eines kleineren Clusters in Mezőkövesd, im Nordosten Ungarns. Gesundheitsbehörden und Polizei spürten 334 Personen in 29 Städten und Gemeinden in drei Bezirken auf, die mit den in Mezőkövesd identifizierten Covid-19-Fällen in Verbindung stehen. Insgesamt 43 von ihnen wurden positiv getestet, aber nur 16 zeigten Symptome von Covid-19, und fünf Personen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Von den 334 Personen seien 260 bereits aus der offiziellen Hausquarantäne entlassen worden, sagte sie. Der letzte positive Fall sei am 23. Juli entdeckt worden, so dass man sagen könne, dass der Ausbruch von Mezőkövesd vereitelt worden sei, sagte Müller.

Dank der Art und Weise, wie Ungarn die erste Welle der Epidemie bewältigt habe, sei die Zahl der Coronavirus-Fälle im Land „relativ niedrig“ gehalten worden, sagte sie. Das Virus sei aber nach wie vor vorhanden, warnte Müller und fügte hinzu, ein verantwortungsbewusstes Verhalten der Bevölkerung könne dazu beitragen, die Entstehung von Virusclustern zu verhindern.