Einnahmen der Budapester Bäder könnten um 60% oder mehr sinken

Die Einnahmen des Budapester Kurbadbetreibers BGYH könnten in diesem Jahr selbst unter einem optimistischen Szenario, dass es keine zweite Welle der Coronavirus-Epidemie geben wird, um 60% auf 8-9 Milliarden Forint (26 Mio. EUR) sinken, sagte die kürzlich ernannte Geschäftsführerin des BGYH in der Montagsausgabe der Wirtschaftszeitung Világgazdaság. Alle von der Firma betriebenen Heilbäder seien vom 15. März bis zum 30. Mai wegen Covid-19 geschlossen gewesen, sagte Ildikó Szűts der Zeitung – berichtet die Nachrichtenagentur MTI.



Ursprünglich prognostizierten sie einen 5-6%igen Anstieg der Einnahmen nach einem 20%igen Anstieg auf 18,4 Milliarden Forint im vergangenen Jahr, doch jetzt werde „ein ständiges Krisenmanagement“ betrieben, sagte sie. Die Geschäftsführerin rechnet für dieses Jahr mit Verlusten von 3-4 Milliarden Forint, die in den nächsten Jahren wieder ausgeglichen werden sollten.

Mehrere der vom früheren Management geplanten Investitionen seien gestoppt worden, darunter der Wiederaufbau des denkmalgeschützten türkischen Király-Bades. „Gegenwärtig dürfen wir nur solche Investitionsprojekte in Angriff nehmen, die genügend Einnahmen generieren, um die Folgen der Krisensituation materiell zu beheben“, sagte sie. Das Gellért-Hotel wird nach ihrer Kenntnis bis zum 31. Dezember 2021 in Betrieb sein, daher wird das Gellért-Bad mit Sicherheit bis zu diesem Datum in Betrieb bleiben, sagte sie auf eine Frage hin. Das Hotel und das Bad seien gemeinsam gebaut worden, daher müsse die Renovierung des Bades „auf die Tagesordnung gesetzt werden“, sobald die Renovierung des Hotels beginnt, sagte sie. In der Zwischenzeit sollten Pläne entworfen werden, wie ein Fünf-Sterne-Kurhotel und ein angeschlossenes Fünf-Sterne-Kurbad gestaltet werden könnten. Das Bad sei in einem schlechten Zustand, die Technik sei veraltet, und für die „gigantischen Kosten“ müssten Mittel gefunden werden, sagte sie.

Der Immobilienentwickler Indotek Group kaufte das Gellért-Hotel 2019 von der Danubius Hotels Group. Indotek sagte damals, dass sie plant, das denkmalgeschützte Hotel zu renovieren, es zu erhalten und es innerhalb weniger Jahre zu einem Fünf-Sterne-Hotel auszubauen.