Áder: Klimagipfel in Glasgow soll Glaubwürdigkeit zurückgewinnen

Bei der Weltklimakonferenz in Glasgow gehe es nicht nur darum, größere Ambitionen im Kampf gegen den Klimawandel zu signalisieren, sondern auch darum, Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen und sichtbare Erfolge in diesem Kampf zu erzielen, sagte der ungarische Präsident János Áder am Montag auf der COP26-Konferenz der Vereinten Nationen in Glasgow – berichtet die Nachrichtenagentur MTI.



In seiner Rede sagte Áder, dass auf vergangenen UN-Konferenzen bereits „dramatische Erklärungen“ über die Notwendigkeit von Maßnahmen gegen den Klimawandel abgegeben worden seien, und warnte, dass „es schwer ist, die Wähler davon zu überzeugen, dass wir seit 26 Jahren ständig in der elften Stunde sind“.

Der Präsident sagte, Klimakonferenzen könnten kaum als erfolgreich angesehen werden, wenn die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ständig ansteige, auch seit der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens 2015. „Die Erkenntnisse der Wissenschaft und die Zeichen in der Natur machen deutlich, dass wir handeln müssen“, sagte Áder. „Wir brauchen Ehrgeiz, das sagen alle, aber was soll das bedeuten?“, sagte der Präsident. Áder forderte „eine ehrliche Selbstbeobachtung jedes Landes über das, was es erreicht hat“, und sagte, dass Maßnahmen anstelle von „PR-Stunts“ erforderlich seien. Die Länder, auf die 80 % der weltweiten Kohlendioxidemissionen entfallen, sollten sich darauf einigen, wie sie ihre Emissionen so schnell wie möglich reduzieren können. Áder wies darauf hin, dass sich die Staats- und Regierungschefs auf dem G20-Gipfel in Rom am vergangenen Wochenende weder auf ein Verbot des Baus neuer Kohlekraftwerke noch auf ein Datum für die Beendigung der Subventionen für fossile Brennstoffe einigen konnten.

Áder sagte auch, dass Länder, deren Pro-Kopf-Emissionen deutlich über dem internationalen Durchschnitt liegen, mehr zu den Kosten der Bekämpfung des Klimawandels beitragen sollten. Ungarn verursacht nur 0,13 % der weltweiten Kohlendioxidemissionen, hat sich aber verpflichtet, bis 2050 klimaneutral zu werden, so der Präsident. Außerdem werde die in Ungarn erzeugte Elektrizität bis spätestens 2030 kohlenstofffrei sein, „hoffentlich aber schon bis 2026“, fügte er hinzu. Außerdem werde das Land die Kapazität seiner Solaranlagen bis 2030 auf 6.500 Megawatt erhöhen, so Áder. Neue Busse, die im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt werden, sollen bis 2030 alle elektrisch betrieben werden, und ein neues Aufforstungsprogramm sei ebenfalls im Gange, sagte er. Áder sagte, dass die Nachhaltigkeitsmesse „Planet Budapest 2021„, die Ungarn Ende des Jahres veranstaltet, innovative Lösungen und Technologien zur Bekämpfung des Klimawandels vorstellen wird.